Schiff


Gleich zu Anfang das Wichtigste: die Kire, das Segelboot mit dem wir reisen werden. Die Kire ist ein 39 Fuß Aluschiff aus der Fletz Werft in Hamburg. Die erste Segelsaison erlebte die Kire im Jahr 1993 in einem schicksalsträchtigen Sommer - das war der Sommer, in dem Paul und ich uns langsam richtig kennenlernten. Das Segeln, mit dem wir beide in unseren Familien groß geworden sind, hat uns von Anfang an schnell zueinander gebracht und zusammengeschweißt. Eine erste Familien und Schiffsbegegnung fand in der Schleuse in Brunsbüttel statt, am Anfang einer herrlichen Sommertour nach England (Kire) und Schottland (Timpete).

Und wie kommt das Schiff zu dem Namen Kire? Ganz einfach Pauls Vater Erik ist der Eigner des Schiffes, man lese einfach mal rückwärts den Eignernamen und... Damit sind wir auch schon bei Erik, der nicht nur ein genialer Vater, Schwiegervater und Großvater ist, sondern auch ein ganz besonderer Mensch. Wieviele Menschen auf der Welt würden wohl ihrem Sohn mit Familie samt zwei energiegeladenen Kleinkindern das eigene Segelschiff für eine Reise von zwei Jahren zur Verfügung stellen? Das Schiff, das Erik selber in jahrelanger, mühevoller Arbeit selber ausgebaut hat! Erik wir können Dir nicht genug danken und hoffen, dass Du häufig und lange bei uns mitsegeln wirst! Und nach der Reise können wir ohne Zweifel sagen: die Kire hat sich wunderbar bewährt, ein tolles Segelschiff, robust und schnell! Paul und ich hatten ursprünglich geplant, ein eigenes Schiff zu kaufen und so auch unseren Finanzplan aufgestellt. Aber ein so schnelles und zuverlässiges Schiff hätten wir uns schlichtweg nicht leisten können!

Dazu noch ein Zitat aus unserem Reiseblog, Südindischer Ozean: Auf den Regen folgt Wind, viel Wind. Es sind gut 30 Knoten Wind, in den Böen ca. 35-40 Knoten. Da der Wind weiterhin extrem böig bleibt, gibt es auch in den nächsten Tagen sehr viel Segelarbeit, denn bei schlecht ausbalancierten Segeln kann die Windsteueranlage bei diesen Bedingungen den Kurs nicht halten. Schließlich setzten wir sogar zu Testzwecken (Stichwort: Südafrika) das Trysegel, dass bis dahin 17 Jahre unbenutzt auf der Kire im Vorschiff geruht hat...Zu den hohen Windwellen (im Durchschnitt ca. 4 Meter hoch) gesellt sich eine ungemütlich quer einschlagende Dünung aus Süd. Immer wieder erwischt einer der großen Querschläger die Kire. Dann schlagen die Wassermassen lautstark gegen den Rumpf und spritzen mit hohen Fontänen in die Wanten und in alle Richtung...Mit Spannung betrachten wir wie die Kire – ein agiler Kurzkieler – sich in diesen schwierigen Wellenbedingungen von der Windsteueranlage beherrschen lässt. Und es ist eine wahre Freude: die Kire kämpft sich auch aus den ausweglosen Wellenlabyrinthen tapfer wieder frei, rauscht die Wellenberge hinab, bremst kurz ab um dann die nächsten Wellen abzureiten. Damit sind hoffentlich die langatmigen Diskussionen über das Design der Kire beendet (vielleicht moderner, mehr Breite im Heck etc?). Es ist ein wunderbares Schiff mit einem sauguten, absolut hochseetauglichen Design. Auch im Vergleich zu den meist viel größeren ARC-Schiffen, deren Positionen wir über Kurzwelle verfolgen, stehen wir sehr gut da.