Route

Unsere Route im Kommentar, auf der Karte und als Tabellenübersicht
Kommentar:
Zu unserer Route: Wir sind tatsächlich in zwei Jahren von Hamburg nach Hamburg um die Welt gesegelt. Ehrlich gesagt hätte ich das beim Start unserer Reise nicht für realistisch gehalten. Meine Segelerfahrung als Kind und Erwachsene hatten mir einen großen Respekt vor weiten Segelstrecken und dem Segeln mit Kindern eingeflößt! Oft muss man sich schon 50 Meilen so hart erkämpfen, wie sollen denn dann bitteschön 3000 Meilen Passagen bewältigt werden?

Wir haben uns einfach langsam gesteigert, zuerst bei ruhigem Wetter über die Biskaya, später von den Kanaren auf die Kapverden von dort über den Atlantik. Überraschenderweise lief das so gut, dass wir einfach immer weitergesegelt sind und der Verführung des magischen Pazifiks einfach nicht wiederstehen konnten. Und dann musste die Kire ja auch wieder zurück, das Rote Meer wurde zunehmend gefährlicher und wir waren inzwischen als Familie so eng zusammengeschweißt, dass es undenkbar wurde, Paul ein längeres Stück alleine segeln zu lassen. Auch unser Sohn Arne reagierte auf solche Vorschläge sichtlich beleidigt und lehnte derartiges kategorisch ab. So waren wir alle die gesamten zwei Jahren an Bord (es gab auch keine Heimatflüge) und jedes Familienmitglied hat jede einzelne Meile mitgesegelt.

Tatsächlich sind zwei Jahre Zeit für eine Weltumseglung wirklich sehr knapp bemessen, die meisten schnellen Crews haben drei oder vier Jahre Zeit. Von den vielen Rentnern ganz zu schweigen, die ganz ohne Zeitlimit unterwegs sind!

Bei uns hat es wohl nur dank folgender günstiger Voraussetzungen geklappt:
• Beide Kinder waren sehr seefest und am Segeln rasch interessiert, wurden geradzu fanatischer Fischer und haben sich deshalb auch auf längere Passagen gefreut.
• Paul und ich brachten beide Segelerfahrungen mit, waren von Kindesbeinen auf gesegelt, ein unvorstellbarer Luxus und Vorteil.
• Bevor wir uns vor langer Zeit 1994 verliebten, träumte jeder schon von einer langen Segelreise, sodass es ein gemeinsamer Traum war, den wir verwirklichen konnten.
• Mit der Kire, der schönen Dame, hatte wir ein sehr robustes, absolut hochseetaugliches Segelschiff zur Verfügung. Auch wenn Kire beleibe kein Leichtwindracer ist, waren wir doch im Vergleich zu anderen Blauwasserseglern mit meist größeren Schiffen flott unterwegs. Meinem Schwiegervater Erik dafür unser herzlichster Dank. Wenn Erik uns nicht überredet hätte, die Kire zu nehmen, hätten wir uns selber ein Boot gekauft. Bei unserem Budget wäre es wahrscheinlich ein sicheres, aber eher behäbiges Stahlboot geworden, mit dem wir in zwei Jahren auch nicht so weit gekommen wären.
• und nicht zuletzt: ein gehörige Portion Glück gehört immer dazu

Tabelle:
05.07.2009 Start in Hamburg
Ankunft am
11.09.2009 Kanaren (über Holland, Frankreich, Spanien, Portugal, Maroko)
20.10.2009 Kapverden
05.12.2009 Tobago
01.01.2010 Panama (über Venezuela, ABC Inseln)
09.03.2010 Galapagos
15.04.2010 Französisch Polynesien
02.07.2010 Samoa
12.07.2010 Wallis
25.07.2010 Vanuatu
11.08.2010 Australien (Darwin, nach Thursday IS)
17.09.2010 Cocos Keeling
09.10.2010 Rodrigues (Mauritius, Reunion)
16.11.2010 Süd Afrika (Richardsbay, Durban, Mosselbay, Capetown, Langebaan)
16.01.2011 Namibia
30.01.2011 St Helena
11.02.2011 Ascension
27.02.2011 Brasilien (Cabedelo)
27.03.2011 Antigua/Barbuda
10.05.2011 Azoren
25.06.2011 Hamburg (über Scilly IS, Frankreich, Holland)